Behandlung von Asthma

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Behandlung ist wichtig!

Asthma kann sich in jedem Lebensalter spontan bessern. Bei etwa der Hälfte der Kinder und ca. 20 Prozent der Erwachsenen klingt die Erkrankung spontan ab. Die Wahrscheinlichkeit hierfür steigt durch eine frühzeitige adäquate Therapie. In der Mehrzahl der Fälle muss aber eine lebenslange Therapie erfolgen, um die Asthmasymptome dauerhaft unter Kontrolle zu halten. Die moderne Behandlung besteht neben der Anwendung von Medikamenten auch aus begleitenden Maßnahmen wie Atemgymnastik oder Schulungen. Für die Behandlung von Asthma gibt es in Österreich Leitlinien, die Therapieempfehlungen enthalten, nach denen sich die behandelnden Ärzte bei ihrer Therapieentscheidung richten.

Hauptziel der Behandlung ist es, den Patienten ein weitgehend normales Leben zu ermöglichen. Durch die Therapie sollen Asthmasymptome wie Husten und Atemnot sowie akute Asthmaanfälle bzw. akute Verschlechterungen des Asthmas, sogenannte Asthma-Exazerbationen, vermieden werden. Weitere Ziele sind die Verbesserung der Lungenfunktion und die Verminderung der Überempfindlichkeit der Atemwege gegenüber bestimmten Reizen. So sollen Komplikationen und Folgeschäden vermieden und das Risiko, an Asthma zu versterben, gesenkt werden. Insgesamt dient die Behandlung dazu, die Lebensqualität der Patienten zu verbessern und die Auswirkungen der Erkrankung auf die Alltagsaktivitäten sowie die körperliche und geistige Entwicklung von Kindern zu minimieren. Grundlage für das Erreichen dieser Ziele ist eine möglichst optimale Asthmakontrolle, d.h., es treten kaum noch asthmatische Beschwerden auf, der Patient ist in seinen Alltagsaktivitäten nicht eingeschränkt und benötigt keine oder fast keine Bedarfsmedikation.

Die Behandlung wird für jeden Patienten individuell ausgewählt. Für die Auswahl der geeigneten Medikamente gibt es entsprechend der Häufigkeit und Schwere der Symptome einen fünfstufigen Behandlungsplan.

Akuter Asthmaanfall

Im Krankheitsverlauf kann es zu wiederkehrenden, akuten Asthmaanfällen kommen. Dabei verschlimmern sich die genannten Symptome und es können weitere Beschwerden auftreten:

  • Akute Luftnot bis hin zum Erstickungsgefühl
  • Angst
  • Herzrasen
  • Bläuliche Verfärbung der Haut
  • Erschöpfung bis hin Bewusstseinstrübung
  • Beschleunigte Atmung mit verlängerter und erschwerter Ausatmung
  • Unfähigkeit zu sprechen

Ein akuter Asthmaanfall ist eine ernste Situation, die unmittelbares Handeln erforderlich macht. Wird er nicht schnell adäquat behandelt, kann er im Extremfall zum Tod durch Ersticken führen.

Die medikamentöse Behandlung von Asthma

Zur Behandlung von Asthma stehen Bedarfs- und Langzeitmedikamente zur Verfügung, die bevorzugt inhalativ verabreicht werden sollen. Da Asthma eine chronische entzündliche Erkrankung der Atemwege ist, steht im Mittelpunkt der Therapie die Behandlung der Entzündung mit entzündungshemmenden Medikamenten.

Die stärksten entzündungshemmenden Medikamente sind Glukokortikosteroide (z.B. Kortison). Diese werden bei Asthma meist inhalativ eingesetzt. Sie beseitigen oder verringern die Entzündung in der Bronchialschleimhaut (Schleimhaut, mit der die Atemwege innen ausgekleidet sind), wodurch diese weniger empfindlich auf Reize reagiert und es seltener oder gar nicht mehr zur Verengung durch Schwellung der Atemwege kommt. Nur bei sehr schwerem Asthma oder vorrübergehend bei einer Verschlechterung des Asthmas (Asthma-Exazerbation) werden Glukokortikosteroide auch in Tablettenform eingesetzt.

Ein anderer wichtiger Therapieansatz ist die Erweiterung der verengten Atemwege durch bronchialerweiternde Medikamente (Bronchodilatatoren), denn die Atemnot, die durch die Verengung der Atemwege auftritt, vermindert die Lebensqualität des Patienten deutlich.

Generell unterscheidet man bei den Asthmamedikamenten zwischen Langzeitmedikamenten, die über lange Zeit regelmäßig angewendet werden, und Bedarfsmedikamenten, die nur bei akuten Asthmabeschwerden (Atemnot, Husten) genommen werden. Bedarfsmedikamente werden inhaliert, die Langzeitmedikamente werden, bis auf wenige Ausnahmen, ebenfalls inhaliert. Die Inhalation hat den Vorteil, dass die Wirkstoffe schnell, direkt und in optimaler Konzentration an ihren Wirkort – die Atemwege – gelangen. Zudem sind die inhalierten Medikamente meist besser verträglich als Tabletten, da sie in geringerer Dosierung verwendet werden. Mit einer optimal eingestellten medikamentösen Therapie bekommen die meisten Patienten ihr Asthma gut in den Griff.

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