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Non-Hodgkin-Lymphom (NHL)

Das Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) gehört zur Gruppe der “malignen Lymphome” (bösartige Lymphknotengeschwülste). Diese Bezeichnung fasst eine große Zahl unterschiedlicher Erkrankungen zusammen – von aggressiven über niedrig maligne (wenig bösartige) oder indolente (langsam fortschreitende, nicht akute) Formen. Maligne Lymphome sind relativ selten: Pro Jahr erkranken in Deutschland etwa 5.850 Männer und 6.250 Frauen an den verschiedenen Non-Hodgkin-Lymphomen.

Trotz intensiver Forschung sind die Ursachen der Lymphomentstehung bisher noch ungeklärt. Auch gibt es keine spezifischen Krankheitszeichen, sodass die meisten Lymphome nur zufällig entdeckt werden, z. B. bei einer Routine-Untersuchung.

Mögliche Symptome
Anzeichen für ein Lymphom sind Lymphknotenschwellung über einen längeren Zeitraum, Leistungsschwäche, Müdigkeit und Appetitlosigkeit. Auch unklare Druckschmerzen, Schwellungen und eine erhöhte Infektanfälligkeit können Hinweise auf eine Erkrankung sein. Hinzu kommen häufiges oder anhaltendes Fieber über 38 Grad, nächtliches Schwitzen sowie unklarer Gewichtsverlust von mehr als zehn Prozent des Körpergewichts in sechs Monaten.

Diagnose des Lymphoms
Wenn Verdacht auf ein Lymphom besteht, müssen sich Patienten auf umfangreiche Untersuchungen einstellen. Diese sind nötig, um die Diagnose zu sichern und um festzustellen, welche Form der Erkrankung genau vorliegt und wie weit sie sich im Körper ausgebreitet hat.

Diagnose des Non-Hodgkin-Lymphoms
Die meisten Untersuchungen können ambulant in der Fachabteilung einer Klinik oder einer Facharztpraxis durchgeführt werden. Eine stationäre Aufnahme in die Klinik wird nur dann notwendig, wenn der Zustand des Patienten sich rapide verschlechtert oder ein schneller Therapiebeginn nötig ist.

Krankengeschichte und körperliche Untersuchung
Die Anamnese gibt Aufschluss über die Geschwindigkeit, mit der sich Lymphknotenvergrößerung und Beschwerden entwickelt haben. Bei den körperlichen Untersuchungen wird besonders auf Lymphknoten und lymphatisches Gewebe im Nasen-Rachen-Raum geachtet; meist werden auch Ultraschallaufnahmen gemacht.

Blutuntersuchungen
Für die Blutuntersuchung wird aus der Armvene eine kleine Blutmenge entnommen. Bei malignen Lymphomen zeigt sich eine Verschiebung im Verhältnis von roten und weißen Blutkörperchen sowie der Blutplättchen; bei einigen Lymphomtypen finden sich auch im Blut Lymphomzellen.

Untersuchung der Lymphknoten
Zum Nachweis von Krebszellen wird ein Lymphknoten entnommen und in hoch spezialisierten Labors untersucht. Auch die Entnahme und Untersuchung von Knochenmarksproben aus dem Becken (Beckenkammpunktion) gehört zum Untersuchungsprogramm. Bei Verdacht auf den Lymphombefall eines inneren Organs werden auch hier Gewebeproben entnommen.

Lumbalpunktion
Ist das Zentralnervensystem von Lymphomzellen angegriffen, lässt sich dies in einer Probe des Nervenwassers (Liquor) nachweisen, die mit Hilfe einer Lumbalpunktion (Liquorentnahme aus dem Rückenmarkskanal in örtlicher Betäubung) entnommen wird. Ist das Zentralnervensystem betroffen – was vor allem bei aggressiven Lymphomen der Fall sein kann – wird eine spezielle Therapie eingeleitet.

Beurteilung der Krankheitsausdehnung
Wenn der Lymphomtyp feststeht, benötigt der Arzt zur Planung der Behandlung weitere Diagnostik, um das Ausmaß der Erkrankung einzuschätzen.

Bildgebende Verfahren
Ultraschall, Computertomographie oder Kernspintomographie liefern Bilder, die den Befall der Lymphknoten genau zeigen und dem Arzt wichtige Hinweise für das sogenannte Staging, die Beurteilung der Krankheitsausdehnung, liefern.

Szintigraphie
Haben Patienten möglicherweise Lymphomherde im Skelett, wird eine Skelettszintigraphie mit schwach radioaktiven Substanzen durchgeführt.

Stadieneinteilung und Klassifikation
Die Ergebnisse der Untersuchungen liegen meist nach einigen Tagen vor und bilden die Grundlage des individuellen Behandlungsplans. Mediziner und Lymphomspezialisten arbeiten dabei mit einer international gültigen Klassifikation, die die Ausbreitung der Erkrankung eindeutig und für jeden behandelnden Arzt nachvollziehbar beschreibt.

Chronisch-lymphatische Leukämie (CLL)

Das Wort “Leukämie” bedeutet übersetzt “weißes Blut” und verweist auf die krankhaft erhöhte Zahl weißer Blutkörperchen im Blut der Betroffenen. Das mittlere Erkrankungsalter für CLL liegt bei 65 Jahren, wobei Männer etwa zwei- bis dreimal häufiger betroffen sind als Frauen. Da die CLL nur sehr langsam fortschreitet und zunächst kaum Beschwerden verursacht, wird sie oft nur zufällig entdeckt. Die Patienten leben meist mehrere Jahre mit der Erkrankung, ohne im Alltag sehr eingeschränkt zu sein.

Bei der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) handelt es sich um eine chronisch verlaufende Form der Erkrankung, bei der die Lymphozyten entarten. Die CLL wird daher nicht zur Krankheitsgruppe der Leukämien gezählt, sondern zu den Lymphomen (Non-Hodgkin-Lymphom).

Die Krankheit bleibt lange unbemerkt
Mögliche Symptome der CLL sind Lymphknotenschwellung über einen längeren Zeitraum, Milz- und Lebervergrößerung, Leistungsschwäche, Müdigkeit und Appetitlosigkeit. Auch Blutarmut, Blässe und Schwindel sowie eine erhöhte Infektanfälligkeit, unklares Fieber und Hautveränderungen können auf die Krankheit hinweisen.

Lebensqualität lässt sich sicherstellen
Bei manchen Betroffenen ist die Lebenserwartung nicht eingeschränkt (“ruhende CLL”). Bei ihnen wird nach dem “Watch and wait”-Prinzip ein “sorgfältig kontrollierendes Abwarten” praktiziert. Erst wenn die Erkrankung zu einer deutlichen Leistungsminderung führt und Beschwerden bereitet oder sich das Blutbild deutlich verschlechtert, beginnt die Therapie.

Therapie der CLL
Das wichtigste Therapieziel bei einer CLL ist der Erhalt der Lebensqualität der Patienten und die Lebensverlängerung. Therapieentscheidungen werden deshalb nach individueller Krankheitsausprägung und Wünschen der Patienten getroffen. Je nach Schweregrad kommen entweder Chemotherapie-Formen mit Tabletten oder Infusionen, Antikörper gegen die Lymphomzellen, Kombinationen von Chemotherapien oder hoch dosierte Chemotherapien mit Stammzell- oder Knochenmarkstransplantationen zum Einsatz.

Begleitende Behandlung ist wichtig
Dabei ist eine gute begleitende Behandlung wichtig, um die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern und Nebenwirkungen zu minimieren. Die meisten Beschwerden lassen sich durch Medikamente lindern, und viele Patienten sind nach der Therapie frei von Nebenwirkungen oder Spätfolgen.

Mögliche Spätfolgen der Therapie sind:

  • Abgeschlagenheit und Erschöpfung
  • Abbau von Muskelmasse durch Schonung und geringe Belastbarkeit
  • Infektionsanfälligkeit
  • Einschränkungen der Fruchtbarkeit

Multiples Myelom

Das multiple Myelom oder Plasmozytom ist eine sehr häufige Blutkrebserkrankung. Durch eine gestörte Funktion der B-Lymphozyten werden anstelle funktionsfähiger Antikörper so genannte “Myelomproteine” gebildet, die massenhaft im Blut und im Urin nachweisbar sind.

Beim multiplen Myelom ist auch die Knochensubstanz beeinträchtigt. Anders als bei anderen Non-Hodgkin-Lymphomen finden sich hier auch Lymphomzellen im Skelett. Diese können osteoporose-ähnliche Krankheitsbilder mit Knochenschmerzen und Knochenbrüchen hervorrufen. Die Myelomproteine beeinträchtigen auch gelegentlich die Nierenfunktion, sodass häufig Harnwegsinfekte auftreten.

Unterschiedliche Therapien je nach Stadium
Im frühen Stadium gilt “Watch and wait” – also abwartendes Beobachten der Krankheitsentwicklung. Bisher gab es keinen Beleg dafür, dass beschwerdefreie Patienten von einer frühen Behandlung profitieren oder dass sich der Verlauf der Krankheit durch frühe Behandlung verbessern lässt.
Bei fortschreitender Krankheit oder Nierenproblemen durch das verdickte Blut wird eine Chemotherapie durchgeführt. Im späteren Stadium wird meist eine hoch dosierte Chemotherapie mit einer Stammzelltransplantation kombiniert, wobei die eigenen Stammzellen des Patienten genutzt werden (autologe Transplantation). Alternativ zur hoch dosierten Chemotherapie oder Stammzelltransplantation kann auch eine Therapie mit einer Kombination aus Zytostatikum und Kortison in Tablettenform durchgeführt werden.

Nicht alle Myelompatienten sprechen gleich gut auf eine Behandlung an. Langfristig muss die Mehrzahl der Patienten mit einem Rückfall rechnen, auch wenn mit der ersten Behandlung ein Erfolg bzw. ein gutes Ansprechen auf das Medikament zu verzeichnen war.

Begleitende Behandlung
Unterstützende Behandlungsmaßnahmen sind für Patienten mit multiplem Myelom besonders wichtig. Neben einer individuell angepassten Schmerzbehandlung mit schmerzlindernden Mitteln werden Bestrahlungen und Medikamente verabreicht, die den Knochenabbau hemmen. Außerdem werden Infektionsanfälligkeit und Blutarmut behandelt.

Meningeosis lymphomatosa

Die Meningeosis lymphomatosa oder lymphomatöse Meningitis ist eine lebensbedrohliche Komplikation von Lymphomen, bei der die Krebszellen über die Rückenmarksflüssigkeit in die Hirnhäute vordringen.

Insgesamt ist die Meningeosis lymphomatosa ein relativ seltenes Krankheitsbild. Sie wird bei etwa 7 – 15 % der Patienten mit bösartigen Lymphomen – meistens erst im späten Krankheitsverlauf – diagnostiziert. Insgesamt tritt die lymphomatöse Meningitis bei weltweit etwa 10.000 Patienten auf.

Schnelle Medikation erforderlich
Die lymphomatöse Meningitis verläuft anfangs oft ohne Symptome und wird deshalb meist erst spät entdeckt, wenn plötzlich Übelkeit, Erbrechen, Kopf-, Nacken-, Rückenschmerzen, Lähmungen oder sogar Krampfanfälle auftreten. Ein schneller Therapiebeginn entlastet den Patienten und verbessert seine Prognose für die verbleibende Lebenszeit.

Therapie so angenehm wie möglich gestalten
Um die erkrankten Gehirnregionen zu erreichen, muss das Medikament in die Rückenmarksflüssigkeit injiziert werden. Es gibt neuartige Medikamente in Depotform, die Verabreichungszyklen von 2 Wochen ermöglichen.

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