Warum Schmerztherapie sinnvoll ist

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Richtige Schmerztherapie

Eine Schmerztherapie hilft, indem sie die Möglichkeit eröffnet aus der Schmerzspirale auszubrechen. Der Körper reagiert dann auf den Schmerzreiz nicht mehr mit einer Schmerzantwort. Was bedeutet das für Sie?

Mit der richtigen Schmerztherapie

  • werden Sie wieder mobiler.
  • sind Sie weniger auf fremde Hilfe angewiesen: Sie können Ihren Alltag wieder selbstbestimmt und eigenständiger gestalten.
  • sind Sie auch nachts weitgehend unbelastet: Sie können wieder durchschlafen und sind daher tagsüber aktiver und belastbarer.
  • können Sie endlich wieder aktiv im Leben stehen: Gemeinsam mit Familie, Kindern und Enkelkindern etwas unternehmen, Sozialkontakte am Arbeitsplatz pflegen, Freude in der Freizeit genießen.
  • finden Sie wieder zu Ihrem inneren Gleichgewicht: denn das Thema Schmerz beherrscht nicht mehr Ihr ganzes Denken und Handeln.

Schmerzen gehören – wie jede andere Krankheit auch – behandelt. Schmerzen kann man in den Griff bekommen. Damit Ihr Alltag wieder lebenswert wird!

Bei der Behandlung ist Ihre Mithilfe gefragt

Ohne Ihre aktive Mitarbeit wird es dem Arzt nicht leicht fallen, die am besten geeignete Behandlung für Sie zu finden. Beschreiben Sie ihm daher exakt Ihren bisherigen Leidensweg. Entscheidend sind Dauer und Verlauf der Schmerzen, ob es sich um akute oder chronische Schmerzen handelt und wie sich die Schmerzen anfühlen. Das sind wesentliche Informationen, die Ihr Arzt für die Auswahl eines geeigneten Schmerzmedikamentes benötigt. Vielen Menschen fällt es allerdings schwer, Schmerzen oder deren Intensität zu beurteilen, weil sie natürlich subjektiv im Erleben des Einzelnen sind.

Versuchen Sie daher trotzdem folgende Fragen für sich im Vorfeld zu beantworten:

  • Wo genau sind die Stellen im Körper, wo Sie Schmerzen haben?
  • Wie empfinden Sie diese (stechend, dumpf, schneidend)?
  • Wie sind die Schmerzen bisher verlaufen (gibt es Muster, bestimmte Tageszeiten, Schwankungen in der Schmerzintensität)?

Aufgrund dieser Informationen kann der Arzt individueller auf ihre Situation eingehen und das Geschehen besser einschätzen.

Ihr Arzt wird dann eine Schmerztherapie einleiten, die sich unter anderem an den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) orientiert. Die WHO hat für eine zielgerichtete Schmerzbehandlung Empfehlungen herausgegeben, die seit Jahren als wesentliche Hilfestellung für Ärzte gelten. Hier wird festgelegt, dass sich die Auswahl eines Schmerzmedikamentes grundsätzlich nach der Stärke der Schmerzen richtet. Es gibt eine Vielzahl von Medikamenten, die sich hinsichtlich ihrer Wirkung und Anwendungsform unterscheiden. Schmerzmedikamente können in Form von Tabletten oder Kapseln eingenommen werden. Sie können auch über die Haut aufgenommen werden und sind dann als Creme, Gel oder Pflaster anwendbar. Natürlich gibt es auch Injektionsformen.

Schmerztherapie mit Opioiden

Der griechische Gott des Schlafes „Morpheus“ war für den deutschen Apotheker Friedrich Sertürner Inspirationsquelle bei der Namensgebung „seines“ Morphiums. Um 1804 gelang es ihm erstmals, aus Schlafmohn einen basischen Stoff (Alkaloid) zu isolieren, der eine beruhigende und schlafanstoßende Wirkung hat. Jahre später wurden weitere Alkaloide aus dem Schlafmohn isoliert und auch synthetisch produziert und im medizinischen Bereich angewendet.

Es dauerte jedoch noch bis in die 1980er Jahre bis die Wirkstoffe in einer Form zur Verfügung standen, die eine angenehme Einnahme für Schmerzpatienten ermöglichte. Mundipharma entwickelte das erste Morphin mit Retard-Galenik im Jahr 1983. „Retard“ als Bezeichnung bei Arzneien bedeutet immer eine verlangsamte Freisetzung des Wirkstoffs. Dies bewirkt eine langanhaltende Schmerzlinderung und führt somit zu einer deutlichen Zustandsverbesserung leidgeprüfter Patienten. Heute gibt es neben dem bekannten Morphin weitere mit dem Morphin verwandte Wirkstoffe, die sich durch schmerzlindernde Kraft und gute Verträglichkeit auszeichnen.

Tipps

  • Das Wichtigste zuerst: Nehmen Sie Ihr Schmerzmittel besonders regelmäßig ein, wie von Ihrem Arzt verordnet.
  • Diese Regelmäßigkeit ist für die Behandlung von chronischen Schmerzen entscheidend.
  • Wenn Sie mit der nächsten Dosis zu lange warten, können Schmerzen wieder auftreten und Sie könnten der Meinung sein, dass Ihr Schmerzmittel ungenügend wirkt. Ihr Arzt sieht sich dann veranlasst, die Dosis zu erhöhen, obwohl dies eventuell gar nicht notwendig wäre.

Jedes Medikament, das wirkt, hat auch Nebenwirkungen – Schmerzmittel sind da keine Ausnahme. Opioide sind allerdings grundsätzlich gut verträgliche Medikamente und das auch bei langfristiger Einnahme. Sie zeigen keine schädigende Wirkung auf die Körperorgane. Die häufigsten Nebenwirkungen zu Therapiebeginn sind Schwindel, Übelkeit und Müdigkeit. Fragen Sie Ihren Arzt nach einem Medikament gegen die anfängliche Übelkeit. Opioide bewirken darüber hinaus auch eine Darmträgheit. Daher ist es von Anfang an empfehlenswert ausreichend zu trinken und auf eine ausgewogene und ballaststoffreiche Ernährung zu achten. Zusätzlich ist es möglich bei starken Nebenwirkungen auf neue Präparate umzustellen, deren Verträglichkeit weiter optimiert wurde.

Orale Retard-Opioide richtig einnehmen

Bei chronischen Schmerzen hat sich die Einnahme oraler und sogenannter Retard-Opioide bewährt.

Orale Medikamente können individuell, das heißt Ihren Bedürfnissen entsprechend, dosiert werden. Die Schmerzempfindung ist oft unterschiedlich und manche Menschen verspüren z.B. tagsüber mehr Schmerzen als nachts. Ihr Arzt stimmt mit Ihnen ihre individuelle Medikation ab und wird die Dosierung entsprechend Ihres Schmerzaufkommens einstellen. Zu diesem Zweck ist es sinnvoll, wenn Sie Ihre Schmerzen regelmäßig in einem Schmerz-Tagebuch notieren.

Bei Medikamenten in Retard-Form wird der Wirkstoff verzögert freigesetzt. Dies bedeutet, dass bei ausreichender Dosierung die Schmerzen über eine lange Zeit hinweg gelindert werden. Besonders günstig sind Medikamente mit einer Wirkdauer von 12 Stunden, denn sie müssen nur zwei Mal täglich eingenommen werden, am besten zu einem festgesetzten Zeitpunkt. Damit ist immer eine gleichbleibende Menge des Wirkstoffs im Blut verfügbar, der „Blutspiegel“ bleibt somit konstant. Retard-Opioide sind auch bei längerer und höher dosierter Einnahme gut verträglich.

Denken Sie daran: Regelmäßige Einnahme ist der Schlüssel zum Erfolg!
Das Medikament zu unterschiedlichen Zeitpunkten einzunehmen ist ungünstig, denn es besteht die Gefahr, dass der „Blutspiegel“ absinkt und die Schmerzen wiederkommen und langfristig nicht mehr wirksam bekämpft werden können.

Einnahmeschema im 12-Stunden-Rhythmus

Einnahmeschema
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