Warum Schmerztherapie sinnvoll ist

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Richtige Schmerztherapie

Schmerzen gehören – wie jede andere Erkrankung auch – behandelt. Ziel jeder Schmerzbehandlung ist es, den Kreislauf zwischen Schmerzreiz und Schmerzantwort zu unterbrechen. Das bedeutet, dass Sie mit einer individuell auf Sie abgestimmten medikamentösen Behandlung und weiteren nicht medikamentösen Maßnahmen wie z.B. Physiotherapie und Ähnliches, langsam wieder Dinge unternehmen können, die Ihnen Freude bereiten.

Manchmal müssen mehrere Medikamente „ausprobiert“ werden, da nicht jeder Patient gleich gut anspricht bzw. die Medikamente gleich gut verträgt. Haben Sie Geduld und wenden Sie sich vertrauensvoll mit allen Fragen an Ihren behandelnden Arzt.

Bei der Behandlung ist Ihre Mithilfe gefragt

Ohne Ihre aktive Mitarbeit wird es dem Arzt nicht leicht fallen, die am besten geeignete Behandlung für Sie zu finden. Beschreiben Sie ihm daher exakt Ihren bisherigen Leidensweg. Entscheidend sind Dauer und Verlauf der Schmerzen, ob es sich um akute oder chronische Schmerzen handelt und wie sich die Schmerzen anfühlen. Das sind wesentliche Informationen, die Ihr Arzt für die Auswahl eines geeigneten Schmerzmedikamentes benötigt. Vielen Menschen fällt es allerdings schwer, Schmerzen oder deren Intensität zu beurteilen, weil sie natürlich subjektiv im Erleben des Einzelnen sind.

Versuchen Sie daher trotzdem folgende Fragen für sich im Vorfeld zu beantworten:

  • Wo genau sind die Stellen im Körper, wo Sie Schmerzen haben?
  • Wie empfinden Sie diese (stechend, dumpf, schneidend)?
  • Wie sind die Schmerzen bisher verlaufen (gibt es Muster, bestimmte Tageszeiten, Schwankungen in der Schmerzintensität)?

Aufgrund dieser Informationen kann der Arzt individueller auf ihre Situation eingehen und das Geschehen besser einschätzen.

Ihr Arzt wird dann eine Schmerztherapie einleiten, die sich unter anderem an den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) orientiert. Die WHO hat für eine zielgerichtete Schmerzbehandlung Empfehlungen herausgegeben, die seit Jahren als wesentliche Hilfestellung für Ärzte gelten. Hier wird festgelegt, dass sich die Auswahl eines Schmerzmedikamentes grundsätzlich nach der Stärke der Schmerzen richtet. Es gibt eine Vielzahl von Medikamenten, die sich hinsichtlich ihrer Wirkung und Anwendungsform unterscheiden. Schmerzmedikamente können in Form von Tabletten oder Kapseln eingenommen werden. Sie können auch über die Haut aufgenommen werden und sind dann als Creme, Gel oder Pflaster anwendbar. Natürlich gibt es auch Injektionsformen.

Schmerztherapie mit Opioiden

Der griechische Gott des Schlafes „Morpheus“ war für den deutschen Apotheker Friedrich Sertürner Inspirationsquelle bei der Namensgebung „seines“ Morphiums. Um 1804 gelang es ihm erstmals, aus Schlafmohn einen basischen Stoff (Alkaloid) zu isolieren, der eine beruhigende und schlafanstoßende Wirkung hat. Jahre später wurden weitere Alkaloide aus dem Schlafmohn isoliert und auch synthetisch produziert und im medizinischen Bereich angewendet.

Es dauerte jedoch noch bis in die 1980er Jahre bis die Wirkstoffe in einer Form zur Verfügung standen, die eine angenehme Einnahme für Schmerzpatienten ermöglichte. Mundipharma entwickelte das erste Morphin mit Retard-Galenik im Jahr 1983. Die Bezeichnung „Retard“ bei Medikamenten bedeutet immer eine verlangsamte, optimierte Freisetzung des Wirkstoffs. Dies bewirkt eine langanhaltende Schmerzlinderung und führt somit zu einer deutlichen Zustandsverbesserung leidgeprüfter Patienten. Heute gibt es neben dem bekannten Morphin weitere mit dem Morphin verwandte Wirkstoffe, die sich durch schmerzlindernde Kraft und gute Verträglichkeit auszeichnen.

Orale Retard-Opioide richtig einnehmen

Bei chronischen Schmerzen hat sich die Einnahme oraler und sogenannter Retard-Opioide bewährt.

Orale Medikamente können individuell, das heißt Ihren Bedürfnissen entsprechend, dosiert werden. Die Schmerzempfindung ist oft unterschiedlich und manche Menschen verspüren z.B. tagsüber mehr Schmerzen als nachts. Ihr Arzt stimmt mit Ihnen ihre individuelle Medikation ab und wird die Dosierung entsprechend Ihres Schmerzaufkommens einstellen. Zu diesem Zweck ist es sinnvoll, wenn Sie Ihre Schmerzen regelmäßig in einem Schmerz-Tagebuch notieren.

Bei Medikamenten in Retard-Form wird der Wirkstoff verzögert freigesetzt. Dies bedeutet, dass bei ausreichender Dosierung die Schmerzen über eine lange Zeit hinweg gelindert werden. Besonders günstig sind Medikamente mit einer Wirkdauer von 12 Stunden, denn sie müssen nur zwei Mal täglich eingenommen werden, am besten zu einem festgesetzten Zeitpunkt. Damit ist immer eine gleichbleibende Menge des Wirkstoffs im Blut verfügbar, der „Blutspiegel“ bleibt somit konstant. Retard-Opioide sind auch bei längerer und höher dosierter Einnahme gut verträglich.

Denken Sie daran: Regelmäßige Einnahme ist der Schlüssel zum Erfolg!
Das Medikament zu unterschiedlichen Zeitpunkten einzunehmen ist ungünstig, denn es besteht die Gefahr, dass der „Blutspiegel“ absinkt und die Schmerzen wiederkommen und langfristig nicht mehr wirksam bekämpft werden können.

Einnahmeschema im 12-Stunden-Rhythmus

Einnahmeschema
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